„Ich glaube, dass viele Menschen allmählich begreifen. ohne polemisch oder persönlich werden zu wollen, dass wir diese Art von Umgang mit Gesundheit und unserem Immunsystem einfach nicht wollen. Und das hat überhaupt nichts mit Dogmatismus zu tun. Das sagt einem das Herzwissen, die innere Weisheit. Sie sagt: Ich will auf meine Ernährung achten. Ich möchte oft in die Natur. Ich muss Menschen nahe sein. Ich brauche Liebe, ich brauche Kontakt. Ich will doch nicht wie ein “eingeschüchtertes Wesen im Käfig gehalten werden”, das Abstand halten muss und permanent mit Angst gefüttert wird bis es nicht mehr weiß, wer es wirklich ist.” 


Frank Fiess

Diplom-Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie, Tantra-, Yoga-, Feuerlauf-Lehrer, Therapeut für Integrative Körperpsychotherapie IKPT. Paar-Therapeut, EMDR Trauma- und Hypnosetherapeut, lehrt und arbeitet im “Haus Lebenskunst” Berlin, die Schwerpunkte seiner Arbeit sind: die 3-jährige berufsbegleitende Ausbildung in Integrativer Körper-Psychoterapie/IKPT, die engagierte Arbeit mit Paaren, das Training “Im Kreis der Männer”. Er ist Autor der Bücher: “Du bist der Mann Deines Lebens”, “Heute ist Dein Tag”  und “Die Macht der Liebe” (erscheint im Herbst 2021).
https://www.frankfiess.de/


Für meine Interviewreihe „Mach’s weghabe ich rund 50 Interviews mit verschiedensten Perspektiven auf das Thema Gesundheit geführt. Schließlich wussten schon unsere Großeltern: Das Wichtigste im Leben ist die Gesundheit. Aber was ist das überhaupt? Lässt sich Krankheit einfach „wegmachen“? Und wieso kümmern sich Menschen umeinander?


Laurens Dillmann: Was ist das Haus Lebenskunst?

Frank Fiess: Seit 1986 arbeite ich mit Menschen. Nach zehn Jahren habe ich gemerkt, meine Arbeit braucht ein Zuhause. 1997 haben wir diese Etage hier gefunden. Hier finden alle meine Berliner Gruppen, Ausbildungen und Trainings statt. Ich habe hier alles Mögliche erlebt, mit Tausenden von Menschen. Das hier ist ein Ort, an dem man über Spiritualität, Wohlbefinden und Gesundheit lernen kann. Ich nenne es einen Ort der Liebe, wo Menschen in Respekt und Freiwilligkeit nichts glauben müssen, sondern einfach sein können.

Was genau tust du in deiner Arbeit?

Ich habe mich als junger Kerl Anfang 20 mit allem möglichen befasst, mit humanistischer Psychologie, Bioenergetik, Gestalttherapie, Körperarbeit, mit vielen weiteren Therapieformen. Mich hat Potentialentfaltung interessiert, die Verkörperung dessen, was in mir als Gaben und Talente zu ahnen war – Ich habe gelernt, soviel ich nur konnte.

Mein erster Lehrer Frank Natale hat mir sehr schnell das Vertrauen gegeben, sein Jahrestraining zu leiten. Damals ging es bereits um vieles, was mir heute noch wichtig ist: so zum Beispiel die Gedankenenergie. Die meisten Menschen haben sehr viele negative Gedanken, jeden Tag, hinter der Fassade ihres Aussehens. Da habe ich begriffen, wie wichtig es ist, den Geist auszurichten. Dann ging es um Selbstwert und Selbstliebe. In unserer neurotischen Gesellschaft nach wie vor das wichtigste Thema. Und es ging um kreative Kommunikation, wo ich verstanden habe: Der Mensch kommuniziert immer. Die Frage ist, wer du denkst, dass du bist und was der tiefere Inhalt deiner Kommunikation ist. Dann ging es um Beziehung und Sexualität, was später auch ein Schlüsselthema meiner Arbeit wurde.

Also, die erste Säule meiner Arbeit, quasi die Wurzel, ist die humanistische Psychologie. Bodenständiges Wissen, Übungen, die Menschen im Alltag umsetzen können. Als zweite Säule kam Tantra in mein Leben. Sexualität und Sinnlichkeit, das war für mich ein Nachhausekommen. Schönheit in die Berührung und Weisheit in die Sexualität zu bringen. Zu lernen, dass es um mehr geht als Schwanzlängen und Körbchengrößen. Das hat mich in Flammen gesetzt. Zärtlichkeit, Poesie, Wissen und Freiwilligkeit. Und als dritte Säule die Körperpsychotherapie. Mein Lehrer Jack Lee Rosenberg hat in den 70er Jahren das Buch „Der Orgasmus“ geschrieben. Von ihm habe ich viel gelernt über Grenzen und die Bedeutung von Verlassenheit. Wir haben viele Millionen Süchtige in unserer Kultur, das hat alles auch damit zu tun. Eine weitere wichtige Verletzung entsteht durch Überflutung, wenn Menschen immer wieder zugetextet, geschlagen oder verletzt wurden. Dann schalten sie einfach ab. werden kaum noch erreichbar oder leben fast nur noch “in ihrer Birne”.

Das sind die drei Säulen meiner Arbeit: Humanistische Psychologie. Der Glaube an das Potential im Menschen und die Werkzeuge, es für sie stimmig umzusetzen.Tantra, die Beschäftigung mit Sexualität, Sinnlichkeit, Beziehungskompetenz, und Körperpsychotherapie. Wir müssen die Werkzeuge nutzen, um zu heilen. Aus all dem entstand ein vierter Weg: Spirituelle Befreiung. Schon lange ist die Liebe die Kraft, der ich in meiner Arbeit und meinem Leben diene. In spirituellem Sinne bedeutet Gott das höchste Wissen. Mein Glaube ist, dass in dir, in mir, in den Menschen, die das lesen, die gleiche Lebensenergie als Licht, als Liebe, als Schwingung lebt. Das ist die vierte Wurzel meiner Arbeit. Eine tiefe spirituelle Sicht, die sich mit den Heiligen, die über die Erde gegangen sind verbindet: Jesus, Buddha, Yogananda, Babaji, Laotse und viele Andere.

Das sind die Säulen meiner Arbeit. Insgesamt hatte ich viele hochkarätige Lehrer. Das heißt, ich habe sehr viele Methoden und Sichtweisen auf den Menschen gelernt. In meinen jetzigen Reifejahren ist es eine Freude, aus diesem großen Fundus schöpfen zu können. Nicht nur „ein Fachidiot“ zu sein, der lediglich eine Methode kennt und – frei nach Paul Watzlawik – für den jedes Problem dann ein Nagel ist, weil er nur einen Hammer zur Verfügung hat.

Hast du innere Sicherheit im Umgang mit Menschen erreicht?

Ja. Ich habe mit ungefähr 25.000 Menschen sehr nahe gearbeitet. In den ersten zehn bis fünfzehn Jahren habe ich mir oft hinter den Kulissen die Fragen gestellt: Bin ich gut genug? Reichen meine Methoden? Dann kam eine mittlere Zeit, wo ich gemerkt habe: Wow, das war gut! Obwohl ich so kritisch mit mir war ! Das ist bei allen so, die mit Passion arbeiten. Wir wollen ja den Menschen von Nutzen sein. Und seit drei, vier Jahren fahre ich oft nach Hause und merke: Wow. Dafür hast du all die Jahren gelernt, gearbeitet, bist auch durch deine eigenen Umbrüche, Krisen und Schicksalsschläge gegangen. Um heute gut zu sehen: Welcher Mensch ist da vor mir, was braucht er und wo ist mein Zugang? 

Du sagtest vorhin, wir leben in einer „neurotischen Gesellschaft“. Was meinst du damit?

Wenn du so lange mit Menschen arbeitest wie ich…Schau mal, als ich anfing, war ja die Mauer noch zu. Dann kamen Mauerfall, Aufbruchstimmung, es ging durch viele Phasen, gesellschaftlich, politisch, und nun sind wir in dieser ganz krassen Corona-Situation angelangt. Meine Quintessenz ist: “Wir Menschen werden dressiert”. Ein Haupt-Fazit meiner über dreißigjährigen Arbeit mit Menschen: Die Wunde im Selbstwert ist gesellschaftlich. Jeder Mensch denkt, seine Selbstzweifel wären sein persönliches Problem und man müsste daran arbeiten, um liebenswert und gut genug zu sein. So lange bin ich dem selbst innerlich gefolgt. Bis ich gemerkt habe: Auch junge Menschen, die von ihren Eltern alles bekommen haben, zweifeln an sich und und ihrem Wert. 

Warum fällt es vielen Menschen so schwer, sich selbst zu lieben?

Zuerst wird uns diese Wunde geschlagen, weil die wenigsten Menschen es schaffen, ihre Kinder um ihrer selbst willen zu lieben. Für ihr Wesen, für ihr essentielles Wesen. Und selbst wenn Eltern das tun, wachsen wir in Systemen auf, die sich um Kampf, Durchkommen, gut genug sein und Erfolg drehen. Bis ein Mensch 18 Jahre alt ist, hat er/sie ungefähr 18.000 negative Botschaften erhalten. Dabei sind wir ja vollkommene spirituelle Wesen. Ich lache immer! Vor Jahrtausenden gab es viele Weisheitskulturen, die wussten, Menschen sind göttlich. Im Sinne von Licht und Liebe, von einer hohen Schwingung. In allen Wesen ist diese Schwingung. Das war den Menschen völlig klar. Wenn wir mal schauen, was die letzten Jahrtausende passiert ist: Die Religionen sind aufgetaucht und die Lebensenergie/das Heilige/Gott/Göttin wurden nach „oben“ und „außen“ verlegt. Wenn überhaupt, dann bekäme man sie nach dem Tod des Körpers zurück.

Das war der erste Betrug. Der zweite Betrug: Wenn ich das Heilige aus mir heraus verlege, wenn ich nicht mehr in deinen Augen das heilige Leben und das große Licht sehe, ja dann kann ich den Selbstwert von Menschen natürlich ruinieren. Dann wurden die Konzepte von Schuld, Sünde und Urteil eingeführt. Die Frau wurde aufgespalten in die Heilige und die Hure. Die Männer haben ihr Herz verschlossen und wurden am Nasenring der Gier und der Macht durch die Manege geführt. Das sehen wir bis heute.

Wir müssen das Heilige wieder in uns Menschen zurück bringen. Das hat nichts mit Theologie oder Religion zu tun. Ich könnte ohne meine Lebensenergie kein Wort sagen. Du könntest keinen Schritt tun. Niemand, der das hier liest, könnte irgendetwas tun. Es ist doch erstaunlich: das was am offensichtlichsten ist – die Lebensenergie in uns, das, was uns überhaupt am Leben hält – davon muss man Menschen erst überzeugen, weil sie so skeptisch sind. Ich finde das sehr erschütternd! Darüber habe ich geweint und gelacht und dann habe ich mich entschlossen: Ich will Menschen spüren lassen, dass sie selbst diese Liebe sind. Ich will in meiner Arbeit Räume schaffen, wo man nicht mehr diskutieren muss „Gibt es Gott wirklich?“ und sich an dem Wort stört, sondern wo man einfach spürt: ICH BIN diese Lebensenergie, ICH BIN diese Liebe, ICH BIN dieses Licht, ICH BIN diese Präsenz.

Unsere Kultur hat ein Stück weit den Kontakt zur Liebe und zur Seele verloren. Nicht im dogmatischen Sinne, sondern als Grundzugang zum Leben. Mein Sohn wurde in meine Arme geboren. Da gibt es keine Diskussion: Jedes Neugeborene repräsentiert das heilige Leben auf der Erde. Dann erst kommen Religionen, Politik und Dogma. Wenn du mich fragst, warum unsere Kultur neurotisch ist, ist das der Grund. In unserer Kultur wurde die Liebe durch die Angst ersetzt. Das sehen wir in diesen Zeiten. Überall ist Angst, man füttert uns regelrecht von morgens bis abends damit –  der Präsident der kassenärztlichen Vereinigung, Dr.Gassen, den ich sehr schätze, sagte vor kurzem: Es macht keinen Sinn, die Leute morgens mit den neuesten Corona-Zahlen aufzuwecken und abends ins Bett zu schicken. Was soll dabei rauskommen? Immer noch mehr Angst, Angst, Angst. Die Angst ist eine Fessel und meiner Meinung nach wird sie im Moment auch bewusst geschürt.

Dazu kommt die Unsicherheit über uns selbst. Keine Schule und keine Universität lehrt gesunde Selbstliebe. Natürlichen Selbstwert, nicht einen aufgesetzten. Von innen heraus zu spüren: ICH BIN die Frau meines Lebens, ICH BIN der Mann meines Lebens. ICH BIN ein Original auf der Erde und im Kosmos. Aber was wir stattdessen lernen, ist uns zu vergleichen. Und das ruiniert den Selbstwert. 

Wenn ich unvergleichlich bin, kann ich dich so sein lassen wie du bist. Die, die das jetzt lesen, sind alle einzigartig wie sie sind. Und das ist großartig. Aber wenn ich von selbstunsicheren Menschen umgeben bin, denen der Kontakt zum Heiligen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden genommen wurde – und dann noch Angst mache! – was bleibt dann noch übrig außer dem Verstand, intellektuellem Wissen, der sozialen Schicht und dem gesellschaftlichen negativen Massenbewusstsein. Womit könnte man sich sonst identifizieren?

Wie erlebst du die Corona-Situation?

Ich bin jetzt 62 Jahre jung. Ich habe Anfang der 1980er Jahre als Student in besetzten Häusern gelebt, ich war in der Mieter-Bewegung, der Friedensbewegung, in der Umweltschutz-Bewegung, in Gorleben…Ich habe mich mein Leben lang politisch engagiert. Das was jetzt seit etwa einem halben Jahr passiert, habe ich in all den Jahren nicht erlebt.

Ich war am Anfang sehr vertrauensvoll in Herrn Drosten, Herrn Wieler, Herrn Spahn und andere. Dann habe ich mich immer mehr mit der Materie beschäftigt, vor allem mit dem PCR-Test. Wenn man sich mit seiner Entstehungsgeschichte beschäftigt und versteht, dass er gar nicht für diagnostische Zwecke geeignet ist, und schon gar nicht dafür, Infektionen nachzuweisen (siehe Original-Aussage des Erfinders Kary Mullis/Nobelpreisträger und siehe der Informationen des Beipackzettels) – und wir von morgens bis abends aufgrund dieses Tests von „Neuinfizierten und steigenden Zahlen“ hören, beleidigt das wirklich meine Intelligenz und meinen gesunden Menschenverstand. Dieser Test ist nicht validiert, er misst lediglich ein oder zwei Gen-Schnipsel/Fragmente und sonst nichts. Dabei bestreite ich nicht, dass Menschen schwere Verläufe haben können. Und dass es für alte und vorerkrankte Menschen ein schweres Problem sein kann. Aber nach meiner Wahrnehmung wird diese Situation maßlos übertrieben dargestellt. Es scheint nur noch diese eine Krankheit zu geben. Wohin ist eigentlich die ganz normale Grippe verschwunden? Im Winter 2017/18 hatten wir laut RKI-Schätzungen ungefähr 25.000 Grippe-Tote zu beklagen. Das wurde als “völlig normal” hingenommen und es gab keinerlei Maßnahmen so wie jetzt! Momentan haben wir laut Statistischem Bundesamt auf das Jahr 2020 bezogen keinerlei Übersterblichkeit und trotzdem haben wir all diese gravierenden Einschränkungen!!

Was daraus für mich folgt? Als jemand, der Menschen liebt und auch nicht in Feindschaft denkt, als jemand, der an die Liebe und das Göttliche in jedem Menschen glaubt, kann ich nicht die hassen, die eine andere Meinung haben. Ich kann auch nicht die hassen, die Interesse an verängstigten, kranken Menschen haben, damit sie noch mehr Kontrolle und Macht ausüben können. Was zur Zeit geschieht, ist eine sehr große Lektion für die Menschheit und unsere Länder. Aber trotzdem sind die, die daran beteiligt sind, nicht getrennt von mir. Deswegen gilt für mich: Ich bin weiterhin für die Menschen da, die zu mir kommen. Ich meditiere jeden Tag, verbinde mich fest mit meinen Wurzeln und meinem Glauben. Wie es Einstein gesagt hat: Ein Problem lässt sich nicht auf dieselbe Weise lösen, wie es entstanden ist. Sondern du musst dein Bewusstsein erheben. Und das kann ja nur die Meditation sein. Und unser felsenfester Glauben an die Liebe. Zu hassen, oder in Feindschaft zu denken, bringt überhaupt nichts.

Ich anerkenne auch, dass ich kein Patentrezept habe. Ich gebe mich ein Stück weit dem Prozess hin, aber ich habe mich trotzdem klar bekannt. Ich habe ein Video gemacht, wo ich mit allem Respekt öffentlich gemacht habe und mich würdevoll geäußert habe, was meine Erkenntnisse in der Corona-Zeit sind. Denn ich schätze Spiritualität nicht, die sich aus allem heraushält. Wir sind Menschen, um etwas beizutragen, dass unsere Gesellschaften und unsere Mitmenschen gut durch solche Prozesse kommen.

Ich bin traurig, dass vor allem die Kirche sich so heraushält. Ich habe kaum etwas gehört. Der einzige, der sich gezeigt hat, war der Fernsehpfarrer Jürgen Fliege. Wo ist Herr Bedford-Strohm (der evangelische Ratsvorsitzende von Deutschland), wo sind die anderen? Die könnten doch auch etwas sagen, mindestens zum menschlichen Aspekt der Situation! Wie viele Selbständige und wie viele Firmen kämpfen momentan um ihr Überleben! Wie viele Existenzen stehen auf dem Spiel!  Wie viele alte Menschen sterben an der Einsamkeit, wie viele Menschen bringen sich um, weil sie gar keine Hoffnungen mehr haben! Als liebende Menschen ist es jetzt unsere Aufgabe, Hoffnung und Zuversicht zu verbreiten. Uns nicht in irgendwelchen Theorien zu verlieren, sondern zu sehen: Ich bin jetzt hier, im tiefsten Wesensgrund verweile ich und ich will für die, die mir vertrauen, ein Licht der Welt sein. So sehe ich unsere Aufgabe. Und auch das, was du mit deinen Interviews tust, finde ich großartig und wichtig!

Danke. Wenn du mit einem Schulmediziner sprichst und sagst „Nächstenliebe ist wichtig für Heilung“ – wie steht ihr damit zueinander?

Unter den vielen tausenden Menschen in meinen Seminaren waren natürlich auch zahlreiche Ärzte und Ärztinnen dabei. Die haben am Anfang nicht in allem meine Sicht geteilt. Doch es waren genauso Menschen, die jeden Tag ihren Dienst am Mitmenschen tun. Was ich in meinen vielen Jahren gelernt habe: Ich kann sehr schnell das Verbindende sehen. Mich interessieren das Trennende und Grundsatzdiskussionen nicht so sehr. Ich finde auch die Tür zu einem schulmedizinisch denkenden Menschen. Es reicht immer für einen common ground, wenn man sich gemeinsam auf Menschlichkeit und Liebe einigt. Sollten andere Ansichten auch weit auseinanderklaffen. 

Einer meiner Schüler ist Hausarzt und behandelt jeden Tag zahlreiche Menschen.  . Er sieht die Corona-Situation ganz anders als ich. Aber das ist ja gerade das Spannende: Unsere Liebe und Verbundenheit steht höher! Das ist genau das, was ich mir so wünschen würde: Dass Drosten, Wieler, Spahn, Kekule und die anderen, sich mit ihren Kritikern – Köhnlein, Ioannidis, Krohn, Wodarg, Bhakti – an einen Tisch setzen und öffentlich diskutieren. Aber das passiert ja nicht, weil es offensichtlich nicht gewollt ist.

Ich freue mich total, wenn Menschen zu mir kommen, die sich selbst als pragmatisch und bodenständig betrachten. Ich bin ja auch sehr bodenständig (lacht). Ich habe hunderte Male erlebt: Die suchen, was ich zu geben habe. Nämlich die Menschenliebe. Ein Arzt, der durch meine Ausbildung ging, sagte mal zu mir: „Frank, was ich von dir gelernt habe: Wenn heute jemand in mein Arztzimmer kommt, dann verbinde ich mich mit dem Herz, der Seele und dem Wesen dieses Menschen. Und das hat meine ganzen Sprechstunden verändert.“ Also, ich schaue auf das Verbindende und baue Brücken. 

Was ich so unproduktiv finde und was man jetzt überall sieht: Diese dogmatischen Grundsatzdiskussionen. Ich habe auch Schüler, die sich manchmal einer Operation unterziehen müssen. Und deshalb weiß ich ganz genau, dass die Schulmedizin auch ihren Sinn hat! Diese Diskussionen, wo jeder auf seiner Position verharrt, halte ich für unproduktiv. Wir müssen von allem das Beste und Sinnvollste nutzen. Der hippokratische Eid, den ein Arzt ja heute nicht mehr schwört, nur noch etwas abgewandelt, den könnte ich auch ablegen. Wir alle, die wir mit Menschen arbeiten, haben die höchste ethische Verantwortung. Menschen sind sehr feinfühlige Wesen und sie verdienen, dass wir alles, was wir haben nutzen, um ihnen eine Hilfe zu sein.

Woran liegt es, dass diese Zeit uns so sehr mit Kämpfen über unsere Weltanschauung konfrontiert?

Es ist ein Trauerspiel. Schau dir irgendeine Talkshow an. Jede Woche fünf bis sieben Talkshows und ständig dieselben “Angstprediger”. Ich unterrichte ja selbst gewaltfreie Kommunikation. Es ist erschütternd. Es wird sich unterbrochen, oft fast nur noch plakativ diskutiert. Das ist “Raubtier-Kommunikation”! Schlagworte, Unterbrechungen von der Seite, Streit, aufkochende Emotionen, ich wundere mich immer, dass die Leute nicht aufeinander losgehen. Dabei könnte man zuhören…in meiner Arbeit gibt es das „Duplizieren“: Abbilden, was jemand gesagt hat. Ich bin still, bis ich es verstanden habe. Im Idealfall hundertprozentig gefühlt, nachempfunden und verstanden. Dann antworte ich. In indigenen Kulturen gibt es den Redestab, man sitzt ums Feuer und hört sich gegenseitig an. Danach kann es 30 Sekunden wirken, dann wird wieder etwas gesagt. Wie würden unsere Diskussionen auf diese Weise verlaufen?

Ich hab in den letzten vier, fünf Monaten mit wirklich engen Menschen über dieses Thema kontroverse Diskussionen gehabt. Ich habe ihnen gesagt: „Ich liebe dich. Wir sind seit 20, 30 Jahren Freunde. Dieses Thema wird es nicht schaffen, unsere Freundschaft zu zerstören. Ich respektiere deine andere Meinung. Und das Gleiche wünsche ich mir von dir.“

Hast du den Eindruck, die Situation verändert unser Gesundheitswesen in eine positive Richtung?

Ehrlich aus dem Herzen gesprochen und mit klarem Verstand gesagt: Ich sehe ganz klar die Bestrebung der Pharmaindustrie, unser Land und die meisten Länder der Erde in Richtung einer immer höheren Frequenz von regelmäßigen Impfungen zu bringen. Das fing mit der verpflichtenden Masernimpfung an, was ich einen Skandal fand. Das sieht man ja auch jetzt: „Erst, wenn die Impfung kommt…“ Wenn man sich mit dieser Impfung beschäftigt, kann ein vernunftbegabter Mensch nicht begeistert sein von einer genmanipulierenden Impfung, die da im Gespräch ist. Noch dazu in dieser absolut unüblichen kurzen Zeit.

Ich habe viele Pressekonferenzen zu diesem Thema verfolgt. Seit Monaten habe ich keinen unterstützenden, tröstenden Satz an die Bevölkerung gehört. Was ist die Lösung? Ich höre immer nur: „Es ist schlimm und es ist noch schlimmer“ Und was sagt unsere Bundeskanzlerin? „Es ist ernst, nehmen sie es ernst, es ist noch viel ernster.“ –  Das kann ja so gesehen werden. Aber jeder, der sich mit Menschen beschäftigt, weiß, das ruiniert das Immunsystem! Innerhalb Wochen! Wir reden bereits von 9 Monaten und nun kommt schon der Winter.

Ich sehe diese Bestrebungen. Auf der anderen Seite sehe ich auch – und das ist das Gute – dass sich immer mehr Menschen zusammenschließen, die ein viel größeres Verständnis von Gesundheit haben. Ich glaube, dass viele Menschen allmählich begreifen. ohne polemisch oder persönlich werden zu wollen, dass wir diese Art von Umgang mit Gesundheit und unserem Immunsystem einfach nicht wollen. Und das hat überhaupt nichts mit Dogmatismus zu tun. Das sagt einem das Herzwissen, die innere Weisheit. Sie sagt: Ich will auf meine Ernährung achten. Ich möchte oft in die Natur. Ich muss Menschen nahe sein. Ich brauche Liebe, ich brauche Kontakt. Ich will doch nicht wie ein “eingeschüchtertes Wesen im Käfig gehalten werden”, das Abstand halten muss und permanent mit Angst gefüttert wird bis es nicht mehr weiß, wer es wirklich ist! 

Ich habe ja auch Kontakt zu Menschen in anderen Ländern. Da passiert genau das Gleiche. Die Regierungen sagen auch alle die gleichen Sätze: Man hat den Eindruck, es ist auswendig gelernt. Und ich sehe die Antworten der Menschen weltweit. Und das ist auch mein Anliegen, Teil einer Bewegung in Richtung wirklicher Gesundheit zu sein. Eine Bewegung, die die Seele mit einschließt, die emotionale Heilung, Ernährung, Kommunikation und Respekt für das Andere umarmt und willkommen heißt. Auch wenn der Druck zur Zeit hoch ist, wir sollten all das nicht vergessen und nur noch vor Angst erstarren. Für mich ist das auch etwas Heiliges. Schon als Jugendlicher hatte ich den Traum des Friedens auf der Erde. Den Traum eines freien Lebens, wo wir Menschen einen liebevollen, weisen Umgang mit der Erde, den Tieren, der Natur, dem Leben finden können.

Wenn man die Hauptkrankheiten unserer Kultur anschaut, sieht man: Sie sind Ergebnis unserer Ernährungsgewohnheiten, unserer Gedanken, Gefühle und Gewohnheiten. Wir brauchen die Weisheit von Menschen mit Werten, die sich gut ernähren, die ihren Körper achten, die gut von sich selbst denken, die meditieren können. Diese Menschen haben die Chance, gesund zu bleiben und auch schneller wieder gesund zu werden, sollten sie erkranken.

Das müssen wir beschützen und verteidigen. Da ist es ganz wichtig, dass wir bodenständig sind. Ich habe den ganzen Tag hier mit Menschen zu tun. Sie wollen alle Liebe, alle! Letztens habe ich mir eine Zeitung in Wilmersdorf gekauft und da schlappte so ein Urberliner mit Adiletten an mir vorbei. Wie ich halt bin, grüße ich ihn. Er guckt mich ganz verwundert an und sagt „Na Keule?“ Wir haben gelacht und uns unterhalten. Nach fünf Minuten war klar. Unsere Menschlichkeit und unser offenes Gespräch haben uns beiden gut getan. Wir brauchen diese Art von Menschenliebe, die nicht ausgrenzt oder gleich beurteilt, wie es zur Zeit in allen Hauptmedien passiert. Das ist alles so traurig, wenn man ein offenes Herz hat

Was ist ein Ausweg? Wie gehen wir gestärkt aus der Krise hervor?

Nicht indem wir uns vom Hass und der Trennung hypnotisieren lassen. Ich habe das als junger Mann selbst erlebt, als ich mich auf der richtigen Seite wähnte und kurz davor war, zu hassen. Bis ich gemerkt habe, Nein, mein Weg ist der Weg der Gewaltfreiheit und des Friedens. An dieser Stelle braucht es Spiritualität. Ich weiß, der Körper wird eines Tages vergehen. Aber ich bin jetzt schon ein strahlendes Bewusstsein. Wo soll die Lösung – auch für solch schwere Themen – denn herkommen, wenn nicht von dort? Wo soll die Antwort in solchen Zeiten denn herkommen? Aus einer polaren Sichtweise? Nein! Das habe ich tausendmal erlebt.

Die Lebensenergie ist die Kraft, der ich diene. Und dann spreche ich mit Menschen und lasse ihnen die Freiwilligkeit. Für mich ist der innere spirituelle Raum die Quelle, aus der ich immer wieder trinke. Und dann gehe ich wieder in die Welt. Wenn ich diesen Raum vernachlässige, auch wenn der Druck so hoch ist wie jetzt, bin ich wie ein “HB-Männchen”. Dann bin ich nicht mehr großartig von Nutzen. Und wir müssen uns alle gegenseitig daran erinnern, konstruktiv und von Nutzen zu sein! In dem Transformationsprozess, der momentan auf der Erde geschieht, brauchen wir Menschen, die für die Liebe stehen und einen sehr langen Atem haben. Wenn man das weiß, muss die Hingabe an das Heilige in uns – wir haben es Lebensenergie genannt – tiefer werden. Weil dort ist unerschöpfliche Kraft. Als Mensch können wir diffamiert, angegriffen, “faktengecheckt” werden. Aber das darf uns nicht in den Hass und die Bitterkeit reißen.

Wir wissen doch um die Macht der Gedanken. Es ist so eine Versuchung, zu denken, wir wären schwächer als der Machtapparat um uns herum. Niemand ist mächtiger als der menschliche Geist. Nichts ist mächtiger als Menschen, die sich im Namen der Liebe zusammenschließen. Wie Jesus sagte: “Wenn nur zwei in meinem Namen sich verbinden…” Daran hat sich nichts geändert. Bewusstsein wächst exponentiell. Wenn wir uns alle zusammenschließen als Menschen, die wirklich etwas verändern wollen, ist das unser Trumpf. Wenn wir uns mit der größten Kraft dieses Kosmos verbinden, und die ist nunmal Licht und Liebe, macht uns das stark. Stark, nicht weltfremd! Ich grüße meine Mitmenschen. Ich helfe der alten Oma über die Straße. Ich liebe die, die ihr Leben lang gearbeitet haben und ich bin solidarisch mit den Jungen, die nicht mehr feiern können. Und ich bin auch solidarisch mit denen, die in einer Tretmühle des Systems sind und schwer wieder herauskommen.

Was ist ein gesünderer Umgang mit Krankheit als der jetzige?

Das haben Rüdiger Dahlke und Thorwald Dethlefsen schon in den 70er Jahren ideal auf den Punkt gebracht. „Schicksal als Chance“ und „Krankheit als Weg“. Wenn man sich mit Göttlichkeit, Seele, individuellem Geist, Emotionalkörper und physischem Körper beschäftigt, wird ja sonnenklar, dass hinter jedem somatischen Thema ein geistiges, ein emotionales und ein seelisches Thema steckt. Wenn ich mit Krankheiten weise umgehen lernen möchte, muss ich lernen reinzuspüren: Was ist die Botschaft der Seele? Was will darin gelernt werden?

Ich hatte als junger Kerl jahrelang Akne. Der ganze Rücken war entzündet und ich habe mich geschämt. In der Zeit als ich Sexualität entdeckte. Diese Krankheit hat mich die tiefste Selbstliebe meines Lebens gelehrt. Auch wenn alles entzündet war und alles geschmerzt hat, habe ich gelernt, mich darin lieb zu haben. So sehe ich eigentlich jede Krankheit. Sie hat immer eine Lektion. Nicht als Strafe. Ich beschäftigte mich ja sehr viel mit Gedanken- und Gefühlsenergie. Deshalb weiß ich, bis die Dinge sich somatisieren braucht es Jahre und Jahrzehnte. Körperhaltung, Atemmuster, Gedanken- und Gefühlsmuster…Und deshalb fasziniert es mich, dass dieser Prozess auch umgekehrt werden kann. Aber dafür brauchen wir eben die Spiritualität, die Seele und den Geist. Das ist natürlich ein anderer Umgang als nur ein Rezept über den Tisch zu schieben, um etwas wegzumachen. Gar nicht zu fragen: Was ist ihr eigenes Gefühl? Was ist die Botschaft darin?

Mein erster Lehrer in Sexualität sagte mir mal über meine Scham als junger Erwachsener: „Hey Frank, was wäre wenn dein manchmal nicht so Funktionieren wie dein Kopf es denkt, kein persönlicher Makel wäre, den du verstecken musst, sondern eine tiefere Tür zu deiner stimmigen Form von Sinnlichkeit und Sexualität?“ Auch darin müssen wir menschlich sein, als Ärzte, Psychologen, Heilpraktiker und Therapeuten, die andere begleiten. Den Menschen einen Raum öffnen, wo sie selbst in ihre Symptome reisen können. Da gibt es ja wirklich gute Methoden, die auch ich in meiner Ausbildung lehre. Damit man nicht mehr getrennt vom Symptom ist, sondern lernt, die Botschaft zu lesen. Ich habe viele Schüler gehabt, die durch Krebs und schwere erschütternde Umbrüche und Krankheiten gegangen sind. Ich kenne viele Menschen, die daraus ein neues Leben gemacht haben. Für sie war es nicht das Ende der Welt, sondern ein entscheidender Wendepunkt. Eine Tür, durch die sie gegangen sind. Auch mit Todesangst, die bei schweren Krankheiten dazugehört. Da wurde etwas neues geboren. Dankbarkeit. Für unser Leben und unsere Gesundheit auf die Knie zu gehen. Immer wieder zu wissen: Nichts ist selbstverständlich, es kann sich jeden Moment ändern.

Fantasiespiel. Du bist der König deines eigenen Landes und du kannst ein Gesundheitswesen errichten:

Es war schon als Jugendlicher mein Traum, dass es in jedem Dorf, in jeder Stadt ein Haus gibt, wo die Menschen genug Berührung bekommen. Räume, wo sie gehalten werden, wie sie es wollen. Wo sie Körperkontakt und Angenommensein erleben können. Dann würde ich gutes Essen zu Verfügung stellen. Und all das industriell verarbeitete Essen nicht verbieten, aber die entsprechenden Informationen darüber verbreiten, dass die Entscheidung leichter fällt. Und ich würde Orte schaffen, wo die Menschen ihre Göttlichkeit wieder als ihren Grundzustand erleben. Durch tiefe Meditation, Körperpraxis, Stille, Atemübungen und andere Praktiken. Re-ligio heißt Rückverbindung. Mit was denn? Mit unserem göttlichen Kern aus Licht und Liebe. Wir brauchen Orte, wo die Menschen sich darin wieder stabilisieren, verwurzeln und erleben können. 

Jetzt gerade steht die Welt auf dem Kopf. Wir glauben an Materie und dadurch an Trennung. Das ist aber nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist die Verbundenheit, das allumfassende Licht und die niemals enden wollende Liebe, die alles durchflutet. Diese Orte würde ich schaffen, wo Menschen das in Freiwilligkeit erleben können. Dann kann auch jeder ein König – jede eine Königin sein.

Foto-Credit: Frank Fiess

Online: https://www.frankfiess.de/

5 Gedanken zu “Nächstenliebe in bewegten Zeiten – mit Frank Fiess”

  • das ist Spaltung
    die Aussagen über die Verfehlungen unserer modernen Medizin und die Maßnahmen die unsere Regierung trifft um diese Gesellschaft zuschützen.
    Keiner weiss was passiert wäre, wenn sie nichts gemacht hätte.
    Und das ist der Punkt.
    du hast die Meinung es ist Quatsch alles- die anderen haben die Meinung es ist genau richtig.
    Traurig wenn ein liebender Mensch bei dieser Spaltung mitmacht und friedlich gemeinsam mit Rechtsradikalen und zum großen Teil AfD Wählern nebeneinanderhermarschiert.

    • Hallo Frau Winkhaus, ich grüße Sie mit Respekt und Wertschätzung.

      Da ich den offenen Diskurs schätze und gerade in der jetzigen Situation als sehr wichtig empfinde, möchte ich Ihnen gerne einige Gedanken aus meinem Herzen schreiben:

      Aus meiner Sicht begannen die Irritationen und der „gefühlte Graben“ schon im März/April 2019. Als nämlich Wissenschaftler und Ärzte wie Dr.Bhakdi, Dr.Wodarg und andere, die noch 2009 eine völlig ungerechtfertigte
      Panik anläßlich der sogenannten Schweinegrippe verhindert haben, plötzlich und offensichtlich gut orchestriert, diffamiert und sehr unfair angegriffen wurden. Bis heute sind kaum kritische WissenschaftlerInnen in ARD/ZDF und anderen Fernsehsendern zu Wort gekommen. Egal ob renommierteste Wissenschaftler wie der Stanford-Forscher John Ioannidis oder im November selbst die WHO in ihrem Bulletin die Sterblichkeit an Covid 19 mit 0,13 % (nach Auswertung aller weltweit verfügbaren Daten) beziffern,die nicht Evidenz- und nicht faktenbasierte Darstellung des RKI und unserer Politiker geht immer weiter. Offensichtlich geht es nicht um wissenschaftliche Fakten, sondern um Ungewissheit und Angst.

      Frau Merkel läßt sich durchgehend von WissenschaftlerInnen beraten, die sowieso ihre Meinung haben und deren Institute fast alle von Regierungs-Seite finanziert oder mitfinanziert werden. Der Focus-Journalist Jan Fleischhauer sagte dazu vor kurzem in der ARD-Sendung Presse-Club: “Frau Merkel läßt sich zunehmend von Wissenschaftlern mit extremistischen Positionen beraten.“

      Meine Haltung zu den Maßnahmen der PolitikerInnen war niemals „alles laufen zu lassen.“ Schon im September haben die FDP und andere im Bundestag gefordert, dass die Menschen in den Alten-und Pflegeheimen und die wirklichen Risiko-Gruppen besser geschützt werden. Die sinngemäße Antwort der Regierung war damals: “Das hat keinen Sinn. Wir können nicht 27 Millionen Risiko-Patienten schützen.“ Getan wurde nichts, das bestürzende Ergebnis haben wir dann im Dezember und Januar gesehen. Ich fand schon damals das Tübinger Modell sehr wirksam und praktikabell! Ich finde es aber nicht sinnvoll, 83 Millionen Menschen in „Geiselhaft“ zu nehmen, Kindern, Jugendlichen, Familien, dem Mittelstand und der gesamten Gesellschaft so immense Schäden zuzufügen – und dabei nicht auf die Idee zu kommen, die Menschen effektiv zu schützen, die wirklich gefährdet sind!

      Zu ihrem Punkt „nebeneinanderhermaschiert“ möchte ich Ihnen gerne folgendes antworten. Meine beiden, von mir sehr geliebten Großväter, waren gegen ihren Willen im zweiten Weltkrieg. Sie haben mir schon als Kind und Jugendlichen den überragenden Wert von Zivilcourage, Demokratie und Freiheit nahegebracht. Ich habe mich ausgiebig mit der deutschen Geschichte beschäftigt, war als Student in Auschwitz und hatte die Ehre, mit Überlebenden der faschistischen Vernichtungslager zu sprechen, und bin mein Leben lang ein freiheitsliebender, anti-faschistischer und die Demokratie schätzender Mensch und Bürger!

      Meine Beobachtung ist, dass in der Krise seit März 2019 die „rechte Karte“ immer wieder gezogen wird, um die übergroße Mehrzahl der DemonstrantInnen zu diskreditieren und vor allem, um niemals auf ihre absolut berechtigten Sorgen um Mittelstand, Wirtschaft, Bildung unserer Kinder, Verantwortung für die eigene Gesundheit und Freiheit von Impfzwang (auch indirekt) eingehen zu müssen.

      Wir, die Menschen unserer Gesellschaft und wir, die Menschen dieser Erde haben eine Verantwortung dafür, dass nicht multinationale Konzerne und selbsternannte Eliten welcher Art auch immer, die schwer erkämpften Werte der Menschlichkeit, der Demokratie, der Selbst-Bestimmung und der Freiheit zerstören.

      Ich grüße Sie und alle Leserinnen und Leser in Liebe,

      Frank Fiess

      • lieber Frank,
        Das waren sehr inspirierende, kluge und wohlgewählte Worte.
        Besonders berührt hat mich deine Antwort auf die vorgebrachte Vorhaltungen von Frau winkhaus
        Vielen Dank dafür.
        Liebe Grüße und alles Gute dir
        Steff

  • Lieber Frank Fiess
    Es scheint so als würden wir uns kennen.Ich habe einen Förderverein in der Schweiz gegründet,der sich mit psycho-sozialer Gesundheit befasst. Besonders am Herzen liegt mir, die Bedingungen von Kindern und Jugendlichen zusammen, in Allianz, mit den Eltern und Großeltern, zu verbessern. Das Erbe geht uns alle an !
    Wir kennen hier in der Gemeinschaft das Wort Tailete für Essens-Feier und jede/r bringt was mit, dann bleibt feiern einfach und erhält uns gesund.Werdet wie die Kinder ist ein großes Wort.Ich finde sexuelle Erfüllung super,doch die Kinder brauchen selbstlose Liebe die ganze Kindheit hindurch.Da bleibt noch viel zu ermöglichen.herzliche Grüße von Margarethe w.im-herz-sein.ch

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