Damals, als ich selbst krank wurde, hätte ich mir Hilfe gewünscht. Ich hätte sie wahrscheinlich auch bekommen, ich hatte nur keine Ahnung, dass es ein Hilfesystem für seelisch kranke Menschen wie mich gab. Mir ist es ein Anliegen, Menschen zu helfen, nicht so tief abzustürzen wie ich damals.


Rolf Netzmann

Bunter Lebenslauf, Maschinenschlosser, Hotelfachmann, Staubsaugervertreter, journalistische Arbeiten, angestellter Manager Hotelführung, Ausbildung systemischer Coach, Ausbildung progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, 2017 Gründung „Angstberatung Berlin“, 2018 Ausbildung EX-IN-Genesungsbegleiter, gibt Seminare und Workshops.

Schon unsere Großeltern wussten, das Wichtigste im Leben ist die Gesundheit. In seiner Reihe „Mach’s weg“  interviewt Laurens Dillmann Menschen aus dem Gesundheitswesen. Wieso sind sie ihrer Berufung gefolgt? Auf welche Werte berufen sie sich? Warum kümmern sie sich um ihre Mitmenschen? Welche Rolle spielen Geben & Nehmen in diesem Prozess? Was lässt uns heilen? Und lässt sich Krankheit einfach “wegmachen”? Was denkst du?


Laurens Dillmann: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Rolf Netzmann: Das kommt immer darauf an, wo ich arbeite. Es kann durchaus sein, dass ich am Vormittag als Genesungsbegleiter auf einer 20-Stunden-Stelle arbeite und nachmittags im Hotel bin. Ich arbeite als Genesungsbegleiter in der Bezugsbetreuung für seelische kranke Menschen in einer Einrichtung des Apartmentwohnens. Bedeutet, ich bin für mehrere Menschen als Ansprechpartner und Begleiter, auch als Mutmacher für das Erreichen vorher schriftlich definierter und fixierter Ziele verantwortlich und begleite sie auf Ihrem Weg in eine möglichst selbstbestimmtes Leben. Es kann aber auch sein, dass ich vormittags als Coach Klienten betreue und mit ihnen durch einen Wald wie diesen spaziere. Nachmittags bin ich dann wieder Genesungsbegleiter. Das verlangt viel von mir ab, aber diese Flexibilität bietet mir auch die Chance, möglichst vielfältig zu arbeiten.

Welche Rolle hat die Angst in deinem Leben gespielt?

Ich habe vor etwa 18 Jahren eine Angststörung entwickelt. Sie ging eine unheilvolle Symbiose mit einer sich entwickelnden tiefen Lebenskrise ein. Beides bedingte einander, ohne diese Angststörung wäre ich nie so tief in die Krise geraten. Ich bekam damals keine Hilfe, weil ich auch nicht wusste, was für ein Hilfesystem existiert – beginnend beim Sozial Psychiatrischen Dienst, Krisentelefon, Kontakt- und Beratungsstellen, in denen ich mich auch anonym beraten lassen kann, Krisenintervention von Pinel und Andere. Heute bin ich da viel schlauer und würde ganz anders agieren. Aber damals wuchs die Angst und wurde immer stärker. Ich habe vier Jahre an Dysthymie gelitten. Dysthymie ist eine langanhaltende chronisch depressive Verstimmung, quasi die Vorstufe der Depression. Diese war bei mir mit vielen vielen Ängsten verbunden.

In Workshops sage ich immer: Es gibt den Point of no return. Wenn man sich sagt: Scheißegal was, aber ich muss jetzt etwas tun. Das kann – wir haben es gerade beim hessischen Finanzminister gesehen – in den Suizid führen. Aber auch in eine Lebensveränderung. Wenn der Leidensdruck so groß ist, dass man ihn, egal wie, nur noch loswerden will, bieten sich auch neue Möglichkeiten.

Wo im Körper sitzt die Angst?

Für mich sitzt sie wie viele Gefühle im Bauch und strahlt von dort aus. Sie lähmt die Muskeln und macht bewegungsunfähig, sie lähmt die Zunge und macht uns stumm, sie lähmt die Gefühle und nimmt uns die Möglichkeit der Steuerung unseres Lebens. Der spirituelle Meister Osho schrieb einmal :„Angst ist ein Gefühl des fehlenden Kontaktes mit der Existenz.“ Das bedeutet, wenn wir das Sein so annehmen wie es ist, wenn wir uns von Glaubenssätzen und all dem seelischen Ballast lösen, den wir mit uns herum tragen, werden wir weniger Angst empfinden.

Was ist aus deiner heutigen Sicht ein guter Umgang mit Angst?

Je mehr wir die Angst annehmen, sie akzeptieren als etwas ganz natürliches, desto weniger Macht hat sie über uns. Wichtig ist erstmal, sie anzunehmen. Und sich einzugestehen: Ja, ich habe Angst. Unabhängig von den jetzigen Corona-Zeiten ist Angst auch etwas, das wir brauchen. Angst warnt uns, signalisiert uns: Hier stimmt etwas nicht. Angst ist ein Signal: Guck auf dein Leben, guck was du ändern musst. Guck was es ist, das dir Angst macht.

Und na klar, ich habe heute auch noch Ängste. Ich darf die auch haben. Aber ich biete ihnen jetzt einen Raum, wo sie sein dürfen, wenn sie auftauchen. Indem ich sage: Ok, ihr gehört mit zu mir. Setzt euch hin. Wir unterhalten uns. Und irgendwann geht ihr wieder. Das mache ich mit depressiven Stimmungen genauso. Ja, ihr dürft sein. Denn ihr kommt aus mir. Ich werde euch sowieso nicht los. Wenn ich diese Gefühle der Angst annehme, nehme ich ihnen schon ein gewaltiges Stück Macht über mich. Weil ich nicht gegen sie ankämpfe.

Mit welchen Methoden arbeitest du in der Angstberatung? Was für Widerstände erfährst du bei den Menschen?

Jeder Mensch ist anders. Meine Herangehensweise ist klientenzentriert. Hört sich fachmännisch an, heißt aber nur: Im ersten Gespräch höre ich viel zu. Und gucke, was ist das Problem dieses Menschen? Und die Probleme sind ganz unterschiedlich. Dann schaue ich: Mit welchen Tools, die ich gelernt habe und die ich beherrsche, kann ich helfen? Ich habe noch nie erlebt, dass ich das Gefühle hatte, nicht helfen zu können. Kann aber passieren, ich würde es dann auch sagen. Nach dem ersten Gespräch biete ich einen Weg an. Ich sage: Das ist mir aufgefallen, das sind meine Ideen. Das könnte funktionieren. Aber ich sage auch immer, der Experte ist derjenige, der zu mir kommt. Ich bin der Begleiter auf Zeit.

Wer zu mir kommt, hat den wichtigsten Schritt schon getan. Er oder sie gesteht sich ein, ich brauche Hilfe. Von daher habe ich offene Widerstände gegen das, was ich vorschlage, noch nie erlebt. Innere Widerstände treten auf, wenn ein Teil der Persönlichkeit die Angst bewahren möchte, weil sie emotionalen Halt bedeutet. Diese löse ich langsam auf. Hier bedarf es einer einfühlsamen Begleitung, auch über längere Zeiträume. Das gelingt, nur als ein Beispiel, mit Traumreisen, die ein positives Ergebnis vorwegnehmen und in denen ein Klient spürt, wie gut sich das anfühlt. Eine andere Möglichkeit sind zirkuläre Fragen, eine systemische Fragestellung wie: „Was würde XY dazu sagen?“  oder „Wenn Sie jetzt an Ort XY wären, wie würde sich das für Sie anfühlen?“. 

Diese Fragen bringen den Klienten dazu, sich mit seiner eigenen Situation auseinanderzusetzen und damit selber neue Erkenntnisse zu gewinnen. Systemische Fragen können alle Lebensbereiche des Klienten mit einbeziehen und ermöglichen dadurch ein tieferes Eindringen in die Probleme, die sich seelisch oder physisch manifestieren. Durch neue Einsichten beginnt der Klient aus sich heraus mit Veränderungen, die damit irgendwann auch das Problem lösen. Zudem gewinnt er neue Einsichten und eine positivere Sicht auf sich und sein Leben. Eine andere Möglichkeit ist, den Klienten etwas zu seinem Problem aufschreiben zu lassen. Schreiben bedeutet Öffnung, und der Klient muss sich seines Problems annehmen. Auch „Hausaufgaben“ wie jeden Tag drei Erlebnisse, die als emotional positiv empfunden wurden, aufschreiben und zum nächsten Termin mitbringen, ist eine meiner Methoden. 

Ich besuche auch Menschen in ihren Wohnungen, wenn sie sich nicht aus dem Haus trauen. Aber ich arbeite auch mit Menschen im Wald und nutze die Möglichkeiten hier. Laub, das durch die Hände rieselt, bietet sich als Metapher für den Lauf des Lebens an. Steine können wie Probleme weggeworfen werden. Der Baum gibt Halt, wenn der Klient sich gegen ihn lehnt. Balancieren auf einem liegenden Baumstamm wäre eine Metapher für das Kämpfen, um nicht abzustürzen. Es ist ein haptisches Arbeiten, ein Be-Greifen und Er-Tasten, was eine höhere Sensibilisierung der Hautzellen und damit auch des seelischen Empfindens fördert. Und – der Klient darf Schreien, die Seele entlasten, ganz laut alles aus sich heraus brüllen. Das hilft ungemein. 

Welchen tieferen Sinn hat die Angst?

Angst kommt aus uns selbst. Sie ist ein biochemischer Prozess, den wir brauchen, weil er unser Leben retten kann, indem er uns vor Todesgefahr bewahrt. Unsere Nebennierenrinden schütten Adrenalin aus und wir schrecken instinktiv zurück, wenn wir zum Beispiel beim Gehen über eine grüne Ampel beinahe überfahren werden. Dann schimpfen wir eine Weile, aber wir beruhigen uns auch wieder. Wenn der Körper wieder ins Gleichgewicht kommt – die sogenannte Ruhephase – schütten die Nebennierenrinden Nor-Adrenalin aus. Das ist ein ganz wichtiger Prozess. Tiere haben viel längere Ruhephasen als wir. Die haben Angst, wenn sie angegriffen werden. Dann kämpfen oder flüchten sie oder stellen sich tot. Das tun wir Menschen auch. Aber Tiere denken nicht darüber nach: Es könnte ja das Raubtier kommen und mich eventuell fressen wollen. Da sind wir Menschen anders. Wir können Ängste anstauen, die uns keinen Platz mehr für Ruhe und Erholung lassen. Wenn Ängste auf diese Weise chronisch werden, können wir von einer generalisierten Angststörung reden. Dann läuft es länger als sechs Monate, in der der Mensch seine Angst nicht mehr steuern kann. 

Mein Ziel ist es nicht, die Menschen angstfrei zu machen. Das ist illusorisch. Mein Ziel ist es, sie dahin zu führen, dass sie die Angst steuern können und nicht von ihr gesteuert werden. Menschen mit generalisierter Angststörung entwickeln zu 99 % ein Vermeidungsverhalten. Das heißt, sie vermeiden Situationen, in denen sie in Angst geraten könnten. Das engt sie zunehmend in ihrem gesellschaftlichen Leben ein. Sie gehen nicht mehr raus, Sozialkontakte schlafen ein. Ich hatte eine Klientin, die in ihrer Wohnung hungerte, weil sie sich nicht Einzukaufen traute. Das sind Situationen, die mir ans Herz gehen und mich berühren. Da braucht es einen langen Atem, auch für mich als Coach.

Was hat Angst mit Stress zu tun?

Stress ist die Grundvoraussetzung für das Entstehen von Angst. Für meine Klienten versuche ich also immer eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Dann frage ich auch mal: Spüren Sie jetzt Angst? Dann kommt auch häufig die Antwort: Nein. Und manchmal: Ja, weil ich nicht weiß, was sie jetzt mit mir vorhaben. Aber in ruhiger Atmosphäre kann normalerweise kein Stress und somit auch keine überwältigende Angst entstehen.

Warum kümmerst du dich um andere Menschen?

Ich arbeite jetzt 28 Jahre im Hotel. Auch das sind 28 Jahre Arbeit mit Menschen, was mir wirklich Spaß macht. Damals, als ich selbst krank wurde, hätte ich mir Hilfe gewünscht. Ich hätte sie wahrscheinlich auch bekommen, ich hatte nur keine Ahnung, dass es ein Hilfesystem für seelisch kranke Menschen wie mich gab. Mir ist es ein Anliegen, Menschen zu helfen, nicht so tief abzustürzen wie ich damals. Oder ihnen Mut zu machen, wenn sie bereits dort unten sind, wieder herauszukommen. Ich habe auch viele depressive Klienten. Ich möchte helfen, wieder Freude am Leben empfinden zu können. Ich halte viel von der Idee des Recovery. Dass jede seelische Erschütterung in uns auch wieder heilbar ist. Wir müssen nur den Weg kennen. Diese Wege als machbar aufzuzeigen, sehe ich auch als meine Aufgabe.

Welche Rolle spielt Abgrenzung in deiner Arbeit? Was nimmst du und was gibst du?

Der Klient nimmt mein Wissen, meine Persönlichkeit, die Begleitung, die ich anbiete. Das gebe ich. Abgrenzung ist wichtig. Ich coache generell nicht in meiner eigenen Wohnung. Weil ich diesen Raum für mich brauche. Dazu kommt, dass ich mich mit Entspannungstechniken auskenne. Ich achte auf mich. Natürlich kommt es vor, dass ich vormittags Klienten habe und nachmittags noch im Hotel bin. Dann bin ich Abends down. Das darf sein, das gestehe ich mir auch zu. Diese Ehrlichkeit zu mir selbst ist auch wichtig. Auch mal zu sagen: Nein, heute mache mal gar nichts. Und kümmere mich nur um mich. Um im seelischen Gleichgewicht zu bleiben. Über Gefühle reden ist sehr wichtig. Das kann ich mit meiner Partnerin tun. Aber nicht über die Geschichten der Klienten. Diese bleiben zwischen ihnen und mir, klares Prinzip. Nur so lässt sich Vertrauen aufbauen.

Fühlst du dich für deine Arbeit wertgeschätzt?

Neulich hatte ich einen Anruf von einem ehemaligen Klienten. Der mir einfach nur sagte: „Es geht mir gut. Ich bin wieder in der Spur. Danke für deine Begleitung.“ Das ist eine sehr positive Rückmeldung. Ich glaube aber, dass gesellschaftliche Wertschätzung für das, was wir leisten – ich rede nicht nur für mich, auch für viele Andere – nicht in so einer Form zurückkommt. Das erleben wir jetzt in der Coronakrise, wo Krankenschwestern, Pflegekräfte, Ärzte viel Applaus bekommen und sie sagen: Wenn man uns 400 Euro netto mehr geben würde, hätten wir mehr davon. Es geht mir nicht um Geld. Ich kann von dem was ich mache, in der Kombination aus Festanstellung im Hotel und Coach, recht gut leben. Aber die Frage – wie gehen wir mit den schwächsten der Gesellschaft, mit seelisch Kranken um? – spielt gesellschaftlich keine große Rolle.

Manche Menschen denken erst dann darüber nach, wenn sie es selbst mit der Angst zu tun bekommen. Ich komme nochmal auf den hessischen Finanzminister zurück. Als ich das gelesen habe, fiel mir auch Robert Enke ein, der an Depressionen und Suizid gestorben ist. Zehn Jahre ist das jetzt her, es wurde viel geredet, und was hat sich seitdem getan? Kaum etwas. Ich glaube, wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis die Gesellschaft aufwacht und merkt: Auch diese vermeintlich schwachen Menschen können der Gesellschaft etwas geben. Genesungsbegleiter wird man zum Beispiel nur, wenn man psychiatrieerfahren oder krisenerfahren ist. Dadurch gibt man der Gesellschaft etwas. Das eigene Wissen, das eigene Erleben. Ich arbeite mit Psychologen, Sozialarbeiten, Soziologen, Ergoterapeuten zusammen. Deren Feedback ist: Du gibst etwas, das wir nicht geben können. Weil wir es nicht selbst erlebt haben.

Auf welche Werte sollten wir uns im Sozial- und Gesundheitswesen berufen?

Ich glaube, das wir seit einigen Tagen eine Chance haben, die wir so schnell nicht wieder bekommen werden. Mal darüber nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist. Ob die 300-PS-Karre, oder der Abend mit Freunden und selbst gekochtem Essen der Seele besser tut. Ich stelle die Beschränkungen unserer persönlichen Freiheit nicht in Frage, ich erachte sie für notwendig. Aber wenn wir sie hinter uns haben, hoffe ich, dass wir die Erinnerung an den Wert dessen behalten, das uns jetzt fehlt. Und nicht sofort mit dem Alltag weitermachen. Ich wünsche mir, dass wir neue Wege gehen. Dass wir auch den Schwächsten der Gesellschaft etwas mehr zu geben haben. Nicht nur psychisch Kranken, auch Obdachlosen, Alten, und Außenseitern.

Wie bekommen wir wieder einen Blick für die Schönheit des Lebens?

Ich war Anfang diesen Monats bei einem Tantra-Retreat. Das war ein Basiskurs. Ich lebe aber schon seit längerer Zeit nach tantrischen Gesichtspunkten, im Sinne von: Dem Leben zugewandt, offen, neugierig, vorurteilsfrei, es darf sein, weil es ist. Was ich interessant fand: Wie schnell eine Gruppe von Menschen, die sich kaum kennen, zu einer Community zusammenwächst. Gemeinsames Kochen, Abwaschen, Aufräumen. Das hat mich ungeheuer inspiriert. Das waren weiß Gott keine esoterischen Spinner, die sich dort zusammengefunden haben. Da war die Geschäftsführerin eines Start-Up-Unternehmens genauso mit dabei wie Studenten und Studentinnen. Aber am Ende waren wir alle nur Menschen. Oder wie es der Tantra-Lehrer formulierte: Wir sind alle verletzte Seelen. Ich habe das Revue passieren lassen und gedacht: So kann es sein, wenn man sich auf das besinnt, was uns ausmacht. Wir haben ganz viel getanzt. Ganz viel Körperarbeit gemacht. Und letztlich auch ganz viel unsere Fantasie spielen lassen. 

So wünsche ich mir das. Das wir uns auf das zurückbesinnen, was uns als Menschen ausmacht. Diese drei lateinischen Worte citius, altius, fortius – höher,schneller, weiter – von Pierre de Coubertin haben heute eine ganz andere Bedeutung bekommen. Das Hamsterrad muss sich noch schneller drehen, wir müssen noch mehr arbeiten, obwohl wir schon auf dem Zahnfleisch laufen. Im Mainstream kann man sich ganz wunderbar verstecken. Man kann aber auch wunderbar dort verrecken. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Ich war auf mehreren dieser Tantra-Events. Und alle haben eins gemeinsam gehabt. Entschleunigung. Tantra ist gelebte Entschleunigung. Wenn wir es annehmen. Tantra ist nach Innen Kehren. Schauen, was wir eigentlich wollen. Wo sind unsere Sehnsüchte? Wir wollen wir leben? Es werden mehr Menschen, die diese Fragen stellen. Das ist das, was mir auch Hoffnung macht. Es muss ja gar nicht jeder so leben, es wäre langweilig. Gesellschaft lebt ja auch von Gegensätzen. Reibung erzeugt Wärme und Wärme macht gemütlich. Was mir auffällt ist, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich rausnehmen aus dem Alltag. Die mal etwas ganz anderes machen. Die sich Zeit für sich nehmen. Was auch wichtig ist, um nicht in Ängste zu geraten. Je mehr wir mit uns im Reinen sind, je mehr wir tun, was wir wirklich wollen, aus der Tiefe unserer Seele heraus, desto weniger Ängste werden wir empfinden.

Bildquellen: Laurens Dillmann

 

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